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Eine Person sortiert in einem Kleiderschrank aufgehängte Kleidungsstücke.

Kleiderschrank selber bauen

Die Möbel-Prospekte sind voll mit ihnen: Kleiderschränke. Eintürig oder mehrtürig, begehbar oder platzsparend kompakt, offen oder mit Türen, dunkel oder hell, mit Schubladen oder Regalböden als Stauraum, mit klassischer Tür oder verspiegelter Schwebetür – die Auswahl ist schier unendlich. Warum sollten wir uns also für das Schlafzimmer selbst einen bauen wollen?

Einige Gründe sprechen dafür, nicht einfach einen Schrank "von der Stange" zu kaufen. Die handelsüblichen Größen sind nicht für jeden Raum geeignet: Vielleicht handelt es sich um eine kleine Ecke ungenutzten Stauraumes unter der Treppe, vielleicht um eine große Nische im Schlafzimmer, die in einen begehbaren Kleiderschrank verwandelt werden soll. Außerdem passt längst nicht jedes Modell eines Schranks auch in jedes Zimmer. Manche Möbel passen einfach nicht zusammen. Bei der Marke Eigenbau bestimmen Sie selbst über das Erscheinungsbild Ihres neuen Möbelstücks und können so für ein abgerundetes Raumgefühl sorgen. Außerdem kann es große Freude machen, selbst einen Kleiderschrank zu bauen!

Damit am Ende die Erfolgsgefühle überwiegen und Ihr Vorhaben auch gelingt, gibt es hier einige Ratschläge, was Sie beachten sollten, bevor und während Sie sich an die Arbeit machen.

Zeichnung einer Wand mit einem offenen Kleiderschrank

Der Weg zum eigenen Kleiderschrank

Bevor Sie blind drauflos werkeln, sollten Sie sich Zeit für einige planende Gedanken nehmen. In welchem Raum wollen Sie den Kleiderschrank haben – Schlafzimmer, Flur oder in einem völlig anderen Zimmer? Welche Kleidung soll der Schrank beherbergen, ist er eher für T-Shirts und Unterwäsche gedacht, wollen Sie Ihre Hemden oder Blusen aufhängen oder möchten Sie Ihre Mäntel und Jacken im Flur verstauen? Und wo genau soll der fertige Schrank stehen? Diesen Überlegungen entsprechend können Sie entscheiden, welche und wie viel Regalböden und Schubladen Sie haben möchten, welche Hängemöglichkeiten der Schrank braucht und ob Schiebetüren, Schwingtüren oder textile Verblendungen besser geeignet sind.

Messen Sie den Raum genau aus und überlegen Sie sich, welche Größe der fertige Schrank haben soll. Nichts ist ärgerlicher als eine schöne Tür mit einem (teuren) Spiegel, die ein kleines Stückchen zu groß ist und sich nicht öffnen lässt. Vergessen Sie beim Vermessen nicht, die Materialstärke der Wände, der Decke und des Bodens Ihres Schrankes mit einzuberechnen.

Hier ein Beispiel:

Raum vermessen und Größe des Kleiderschranks wählen.

Wenn Sie eine grobe Vorstellung von dem haben, was sie möchten, sollten Sie überlegen, wie viel Zeit und Geld Sie investieren wollen. Überlegen Sie auch, ob Sie die notwendigen Werkzeuge besitzen und ob Sie sich die technischen Anforderungen dieser Aufgabe zutrauen. Es schadet nicht, im Baumarkt oder bei einem handwerklich geschickten Freund um Rat zu fragen.

Die Größe Ihres Kleiderschrankes

Überlegen Sie sich genau, welche Stelle im Raum am besten für den neuen Schrank geeignet ist. Berücksichtigen Sie dabei auch die anderen Möbel im Zimmer, Fenster und auch eventuelle Steckdosen an den Wänden.

Entscheiden Sie sich, ob der Schrank halb- oder deckenhoch werden soll und ob Sie Schubladen oder Kleiderstangen benötigen. Bei Schubladen sollten Sie sich mit Ihren Schrankmaßen natürlich an der Größe der Schublade orientieren. Für Kleiderstangen ist es ratsam, mit etwa 50 - 60 cm Tiefe zu planen, sodass Kleider, Anzüge und Mäntel bequem im Schrank hängen können, ohne von den Türen zusammengedrückt und zerknittert zu werden.

Aus welchem Material soll der Kleiderschrank sein?

Ein günstiges Material ist Leimholz, es ist außerdem leicht und einfach zu handhaben. Wenn Sie planen, Ihr neues Möbelstück mit deckender Farbe zu streichen, kann Leimholz eine gute Wahl sein.

Mitteldichte Holzfaserplatten (MDF-Platten) haben einen modernen Touch und sind gut für eine stabile Konstruktion. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich und lassen sich ebenfalls gut streichen.

Wände und Türen aus Massivholz sind die hochwertigste und stabilste Wahl. Mit einer schönen Maserung brauchen sie keine weitere Behandlung und können den Raum optisch aufwerten.

Einzelteile

Wenn Sie mit dem Planen fertig sind, geht es an die Arbeit. Zunächst brauchen Sie natürlich alle Schrankteile, die Sie verbauen möchten, in ihren jeweils passend zugeschnittenen Größen: Seitenteile, Einlegeboden und Decke. Jeder Schrank braucht außerdem eine Rückwand. Sie gibt der ganzen Konstruktion Stabilität und verhindert, dass Staub und Schmutz von hinten eindringen. Sie kann aus Massivholz sein, meistens reicht es aber, eine Rückwand aus Sperrholz einzusetzen und sie von außen festzunageln. Sofern Sie keinen offenen Kleiderschrank bauen, brauchen Sie auch Türen, Schiebetüren oder Schwingtüren mit jeweils den passenden Führungsschienen oder Scharnieren. Überlegen Sie sich, welche Art Tür Sie gerne hätten und behalten Sie dabei auch den Raum im Kopf: Eine Garderobe im Flur benötigt eine andere Tür als der Kleiderschrank im Schlafzimmer. Falls Sie es wünschen, brauchen Sie außerdem Füße, die Sie unter den Kleiderschrank schrauben und Griffe, mit denen Sie die Türen öffnen und schließen können.

Liste der notwendigen Werkzeuge

Nun, da Sie alle nötigen Materialien beisammen haben, werfen wir einen kurzen Blick in Ihren Werkzeugkasten. Sie brauchen eine Bohrmaschine oder Akkuschrauber mit den entsprechenden Holzbohrern und Bits zum Schrauben, Holzschrauben sowie Dübel und Holzleim, um ihre Schrankteile stabil zusammenzubauen. Hammer, Bleistift und Zollstock sollten auch stets griffbereit liegen. Überlegen Sie auch, ob Sie alte Decken unterlegen wollen, um Ihren Boden zu schonen. Besonders wenn es ein hoher Schrank wird, ist eine Stehleiter praktisch, um die oberen Regalbretter einzusetzen und zu befestigen. Die HAILO L60 StandardLine ist hierfür ein geeignetes Modell für Einsteiger.

Person auf L60 Standardline bohrt Schraube in die Wand.

Den Kleiderschrank zusammenbauen

Bohren Sie zunächst die Dübellöcher in Boden- und Deckenplatte. Die Löcher sollten etwa einen halben Zentimeter vom Rand und nicht mehr als 30 cm voneinander entfernt liegen, um die Stabilität zu gewährleisten. Als Nächstes bohren Sie die Löcher in die Seitenteile. Legen Sie den Schrank dazu "aufs Gesicht" und markieren Sie, wo die Löcher der Boden- und Deckenteile auf die Sturzkante der Seiten treffen. So stellen Sie sicher, dass die Dübel auch perfekt in ihre Löcher passen.

Füllen Sie nun die ca. 1 cm tiefen Löcher mit Leim, stecken die Dübel hinein und setzen die Schrankwände zusammen. Alleine kann diese Aufgabe etwas kompliziert werden, lassen Sie sich also idealerweise von einem Helfer unterstützen.

Die Rückwand

Sie können den Kleiderschrank nun aufstellen, es ist aber ratsam, noch im Liegen die Rückwand anzunageln. Legen Sie die Sperrholzplatte von hinten auf den Schrank und befestigen Sie sie mit Nägeln, die Sie im Abstand von 20 bis 30 cm in den Rahmen schlagen.

Türen

Zum Schluss setzen Sie die Türen ein. Scharniere für Schwingtüren oder Schienen für Schiebetüren werden angeschraubt. Beachten Sie die Montageanleitung des jeweiligen Herstellers. Auch beim Einhängen der Türen gilt: Viele Hände, schnelles Ende. Sie ersparen sich Frust und Zeit, wenn Sie nicht alleine arbeiten.

Weitere Ideen für Ihren Kleiderschrank

Im Prinzip sind Ihrer Vorstellungskraft hier keine Grenzen gesetzt. Sie können eine alte Kommode durch ein selbstgebautes Regal ersetzen, einen ungenutzten Raum mit Regalsystemen und Kleiderstangen in ein Ankleidezimmer verwandeln oder endlich den offenen Stauraum unter der Dachschräge sinnvoll ausnutzen. Das Regal in der Küche kann durch einen Küchenschrank ersetzt werden, der Geschirr und Töpfe vor Staub schützt. Die Schuhe im Flur werden vom Schuhregal geholt und finden in einem Schuhschrank ihr neues Zuhause. Im nächsten Absatz finden Sie außerdem einige Ratschläge für den Bau eines begehbaren Kleiderschrankes. An jeder Ecke liegen Ideen verborgen. Lassen Sie sich von ihnen dazu inspirieren, sich individuell und ganz nach Ihren Vorstellungen einen neuen Kleiderschrank zu bauen.

Begehbare Kleiderschränke

Wenn in Ihren Räumlichkeiten die Möglichkeit besteht, kann ein begehbarer Kleiderschrank sehr praktisch sein. Beinahe wie ein Ankleidezimmer oder eine Garderobe reserviert er einen abgetrennten Raum nur für das Aufbewahren und Anziehen von Kleidung. Einen begehbaren Kleiderschrank unterteilen Sie am besten in mehrere kleine Sektionen, die Sie individuell in Angriff nehmen: zum Beispiel eine Kleiderstange für Anzüge, Kleider oder andere knitternde Kleidungsstücke; ein Schrank mit Schubladen für Socken und Unterwäsche; ein offenes Regal für T-Shirts und andere faltbare Kleidung.

Wie Sie den begehbaren Kleiderschrank vom Rest des Zimmers abtrennen, hängt ganz von Ihrer Kreativität ab. Eine einfache Lösung kann ein Vorhang sein, gehalten von einer zwischen die Wände gespannten Gardinenstange. Sie können auch mit verschiedenen Türen experimentieren. Zwei Türen mit Spiegel beispielsweise – die großen Spiegel lassen kleine Räume größer wirken und bieten im Schlafzimmer eine praktische Ankleidehilfe. Schiebetüren sind hingegen für einen begehbaren Kleiderschrank besonders praktisch, weil sie beim Zusammenschieben überlappen und damit im Gegensatz zu einer konventionellen Tür problemlos auch eine besonders breite Öffnung verschließen können.

Wenn Sie die Türen zu Ihrem begehbaren Kleiderschrank blickdicht machen möchten, sollten Sie auch über eine angemessene Beleuchtung nachdenken: Eine nackte Glühbirne an der Decke ist natürlich ausreichend, aber viel schöner ist es, wenn eine um die Schrankelemente herum verlegte LED-Leiste dem begehbaren Schrank eine indirekte Beleuchtung schenkt.

Im begehbaren Kleiderschrank können Sie dann auch eine Trittleiter wie die HAILO K60 StandardLine verstauen, um problemlos an alle Ihre Kleidungsstücke zu gelangen.

Ein deckenhoher, begehbarer Kleiderschrank

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