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Person steht auf Leiter und löst alte Lagen Tapeten von der Wand, nachdem sie diese mit warmem Wasser und Spülmittel eingeweicht hat

Tapete entfernen

Wenn die verschiedenen Mieter einer Wohnung im Laufe der Jahre bei ihren Ein- und Auszügen immer wieder alte Tapeten überkleben, anstatt diese zu entfernen, können sich über die Jahre hinweg viele Schichten an Tapeten ansammeln. Dies geschieht meist aus Bequemlichkeit, denn das Ablösen und Entfernen von Tapeten ist aufwendig und zeitintensiv. Durch das Überkleben von Vinyl-, Vlies- oder Raufasertapeten können aber Schäden und Schimmel entstehen. Wir erklären Ihnen, wie Sie dies vermeiden und auch den letzten Rest Ihrer alten Tapete von der Wand bekommen.

Warum müssen Sie alte Tapete entfernen?

Entscheiden Sie sich dazu, eine neue Schicht Tapete über eine alte zu kleben, können dadurch einige kosmetische Schäden an Ihrer Wand entstehen. Einerseits besteht die Gefahr, dass bei einer allzu grellen unteren Tapete die Farbe durch die neue Schicht hindurch scheint – das könnte die Optik der neuen Tapete stören. Andererseits kann der Kleister der oberen neuen Schicht Tapete die untere Schicht aufweichen, sodass diese Wellen wirft und sich zum Teil sogar die Kanten der Tapeten von der Wand ablösen.

Vermeiden Sie dies, indem Sie die alte Tapete entfernen. Mit unserer Anleitung erfahren Sie, welches Werkzeug Sie benötigen und mit welchen Schritten das Entfernen leichter von der Hand geht.

Laugen

Der gute alte Trick aus Wasser und Spülmittel ist längst noch nicht überholt und leistet nach wie vor zuverlässige Dienste. Er funktioniert bei fast allen Tapeten.

Schritt 1: Der Seifenlaugen-Test

Um herauszufinden, ob Ihre Tapete dafür geeignet ist, führen Sie am besten vorher einen Test durch: Streichen Sie eine kleine Fläche mit Wasser ein und warten Sie ab, was passiert. Färbt sich die alte Tapete dunkel, ist sie gut zu entfernen, da das darauf hinweist, dass Wasser eindringt und den alten Kleister löst. Das Ablösen von Tapeten hängt generell von der Art der Tapete, dessen Alter und der Sorte des Kleisters ab. Alternativ zur klassischen Methode mit Lauge können Sie auch speziellen Tapetenlöser aus dem Fachhandel verwenden.

Person gibt Spülmittel mit warmem Wasser in einen Eimer, um hartnäckige Tapeten leicht zu lösen

Schritt 2: Die Wand vorbereiten

Vor dem eigentlichen Ablösen der alten Tapete ist es notwendig, die Tapete zu bearbeiten. Im Normalfall reicht es aus, mit einem Kleisterpinsel ausreichend Wasser mit Spülmittel aufzutragen und das Gemisch kurze Zeit einwirken zu lassen. So weichen Sie den Untergrund auf und erleichtern es, die Tapete zu lösen. Für größere Flächen eignet sich ein großer Malerpinsel, um die Wasser-Spülmittel-Lösung großzügig aufzutragen. Eleganter gestaltet sich dieser Vorgang, wenn Sie zu einem Drucksprühgerät greifen. Für diesen Schritt befüllen Sie den Verdampfer mit Lauge und führen das Gerät gleichmäßig über die Wand. Dadurch wird die Tapete und der Kleister befeuchtet und die Tapete kann anschließend hervorragend von der Wand gelöst werden.

Achtung: Verwenden Sie die Methode mit Wasserdampf nicht bei Gipskartonwänden!

Schritt 3: An die alten Tapeten!

Sobald die Tapete nach kurzer Einwirkzeit aufgeweicht ist, können Sie beginnen, sie mittels eines Spachtels von der Wand zu entfernen. Heben Sie dazu mit einer Ecke des Spachtels ein Stück alte Tapete von der Wand und ziehen Sie den Rest mit der Hand möglichst in einem Zug ab. Ist die Wand wieder trocken, können Sie problemlos weiter renovieren und neue Tapete aus Vlies oder Raufaser tapezieren. Wie Sie die alten Tapeten korrekt entsorgen, lesen Sie in unserem Artikel Tapeten entsorgen.

Um an jede Stelle der Wand zu gelangen, empfiehlt sich der Einsatz einer Leiter, wie zum Beispiel der HAILO TL100 TopLine. Diese lässt sich zudem auch auf Treppen einsetzen und bietet Platz für Werkzeug in der praktischen Ablageschale.

Person entfernt alte Tapete vor dem erneuten Tapezieren mit neuer Tapete

Stolpersteine und Probleme

Leider funktioniert diese Methode nicht immer so gut. Die am häufigsten auftretenden Probleme und mögliche Lösungen schildern wir in diesem Abschnitt.

Wasserabweisende Tapete oder Farbe

Ein Problem stellen wasserundurchlässige Tapeten dar. Diese nehmen nämlich keinerlei Wasser auf und lassen sich somit nicht so leicht einweichen und ablösen. Diese speziellen Tapeten begegnen Ihnen meist in Feuchträumen, also dem Bad und der Küche. Dort arbeitet man viel mit Wasser, sodass feuchtigkeitsregulierende, reißfeste Geweben in der Tapete bevorzugt werden. Ist hier kein Einweichen möglich, hilft nur Durchhaltevermögen und Abschleifen oder Überspachteln der alten Tapete.

Mehrlagige Tapeten

Sollten Sie oder Ihre Vormieter es versäumt haben, vor dem Tapezieren die alte Tapete abzutragen, sollten Sie dies keinesfalls noch einmal wiederholen. Mit jeder zusätzlichen Schicht wird es schwerer, die Tapeten in Zukunft zu entfernen. Bei wenigen Schichten geht dies noch recht einfach von der Hand. Tragen Sie mehrmals Wasser auf und lassen es einweichen. Optimal sind 30 Minuten Einwirkzeit – je länger, desto besser können Sie die Tapete dann ablösen.

Kompliziert wird es bei mehreren Lagen. Hier ist die Vorbehandlung des Untergrunds durch einen sogenannten Tapetenigel, einer Nagelwalze oder einem Tapetenwolf empfehlenswert. Diese Werkzeuge verfügen über kleine Nadeln, die beim Herüberrollen viele kleine Löcher in die Oberfläche der Tapete stechen und diese somit bis in die unterste Schicht schnell aufnahmefähig für Wasser machen.

Ein Tapetenigel rollt über eine alte, schmutzige Mustertapete

Achtung: Bei zu viel Druck auf das Material beschädigen Sie vielleicht die Wand, also gehen Sie hier mit Gefühl vor. Besonders achtgeben sollten Sie bei den Wänden aus Gipskarton. Da Sie bei dieser Methode mit viel Wasser arbeiten, legen Sie den Boden am besten mit Folie aus, um nichts zu bekleckern. Diese Folie können Sie auch hervorragend nutzen, um die befeuchtete Wand abzukleben. Damit verdunstet die Feuchtigkeit nicht so schnell und das Wasser dringt besser in die Wand ein.

Haben Sie diese Schritte durchgeführt, kann die mit Löchern perforierte Tapete abgezogen werden.

Tipp: Verbessern Sie die Konsistenz der Lauge durch Zumischen von Tapetenkleister, um die Lösungskraft zu erhöhen und das Abfließen zu verhindern. So dringt das Gemisch bis in die letzte Pore!

Vinyltapeten

Vinyltapeten zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders feuchtigkeitsresistent sind. Diese Tapeten wurden mit wasserabweisendem Latex behandelt. Auch hier schafft ein Tapetenigel Abhilfe und ist ein gutes Mittel, um die Oberfläche zu perforieren und sie wasserdurchlässig zu machen. Verfügen Sie über keinen Tapetenigel oder ein ähnliches Werkzeug, können Sie auch auf Schleifpapier ausweichen. Nach der Prozedur folgt wieder die Behandlung mit Lauge und das vorsichtige Ablösen des alten Materials.

Tipp für Hobby-Heimwerker: Abziehbare Tapeten

Gerade, wenn Ihnen der Sinn häufiger mal nach Tapetenwechsel steht, sind abziehbare Tapeten eine gute Idee. Solche Tapeten erinnern an Aufkleber und können problemlos nach Entfernung einer Schutzschicht auf die Wand geklebt werden. Danach müssen lediglich Wellen ausgestrichen werden. Obwohl diese Tapeten anschließend zuverlässig halten, sind sie auch wieder leicht zu entfernen. Heben Sie mit dem Spachtel ein Stück Tapete an und ziehen Sie die Tapete in kompletten Bahnen ab. Das Schöne: Die abziehbare Tapete bleibt dabei an einem Stück. Es gibt sie in allerlei Mustern, Beschaffenheiten sowie Farben. Zusätzlich erspart sie Ihnen unter Umständen das Streichen von makelhaften Stellen an der Wand und ist besonders für Gipskartonwände geeignet.

Wie auch immer Sie verfahren, denken Sie daran: Die Mühe lohnt sich! Es gibt wohl wenige schönere Dinge im Heimwerker-Dasein als die ordentliche Optik einer frisch tapezierten und gestrichenen Wand.

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