Carport selber bauen
Ihr Auto soll nicht länger im Regen stehen und daher spielen Sie schon länger mit dem Gedanken, Ihr eigenes Carport zu bauen? Carports sind besonders für Häuser ohne Garagen eine praktische Möglichkeit, einen geschützten Stellplatz für das Auto zu schaffen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Carport planen und umsetzen können. Sie erhalten eine Carport-Bauanleitung, die Ihnen bei der Umsetzung Ihres Projekts am Haus hilft.
Geeignete Baustoffe und Materialien: Holz als wichtigster Bestandteil
Die meisten freistehenden Carports bestehen zum größten Teil aus Holz, Schrauben und dem jeweiligen Fundament. Das Dach kann, wie in dem folgenden Anleitungs-Beispiel, aus Holz, Schieferplatten und Trapezblechen bestehen. Jedoch kommt es auch auf den individuellen Geschmack des Bauherren an. Hier ist grundsätzlich vieles möglich und umsetzbar.
Der Bauplan: Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Ihrem Carport mit einer einfachen Konstruktion
Bevor es mit dem Bau beginnen kann, muss zuerst ein geeigneter Standort für Ihren Carport gefunden werden. Der Standort richtet sich dabei nach der Größe des geplanten Carports und des darin zu parkenden Fahrzeuges. Ein guter Richtwert für den Carport sind Fahrzeuglänge plus 1 Meter und Fahrzeugbreite plus 1 Meter. Die Höhe des Carports sollte zwar die Höhe des Autos überschreiten, aber nicht deutlich mehr als 2 Meter sein. Je höher, desto mehr Angriffsfläche entsteht für Regen und Wind und desto instabiler wird der Carport. Haben Sie einen geeigneten Standort für Ihren Carport gefunden, können Sie sich nach der folgenden Bauanleitung richten.
Schritt 1: Graben mit einem Bausatz oder selbstentworfenen Bauplan ausschachten
Zu Beginn Ihrer Arbeiten sollten Sie einen Bauplan haben und gemäß der Größe Ihres Carports einen ca. 80 cm tiefen Graben ausschachten, in den später das Fundament gegossen wird. Als Fundament eignet sich Beton am besten. Für zusätzliche Stabilität und eine längere Lebensdauer des Carports bietet es sich an, ausreichend Querbalken und pflegeleichtes Material in Ihrem Bauplan zu berücksichtigen. Alternativ können Sie einen fertigen Carport-Bausatz kaufen. Bei zahlreichen Modellen ist das Ausschachten eines Grabens nicht erforderlich, da der Carport direkt auf dem Boden platziert oder unter Umständen nur stellenweise im Boden verankert wird.
Hinweis: Erwerben Sie einen Carport-Bausatz oder bauen Sie einen Stellplatz nach Ihrem selbst entworfenen Bauplan, vergessen Sie nicht, im Vorfeld eine Baugenehmigung beim zuständigen Bauamt einzuholen. Dies ist erforderlich, sobald die überdachte Stellfläche 30 Quadratmeter überschreitet.
Schritt 2: Schalsteine setzen
Wenn der Beton getrocknet ist, können die Schalsteine gesetzt werden. Diese bilden den Rand des Fundaments und werden in mehreren Lagen am inneren Rand des zuvor ausgehobenen Grabens rundherum gesetzt. Um das möglichst ordentlich durchführen zu können, sollten Sie mithilfe von Schnüren gerade Linien ziehen und markieren. Bevor es dann an das Setzen der Steine geht, sollte etwas Betonmasse auf den trockenen Betonboden gegeben werden. Hierfür empfiehlt sich erdfeuchter Beton, damit die Konsistenz nicht zu flüssig ist. In die Schalsteinschichten wird am besten Armierungsstahl gesetzt, um zusätzlichen Halt zu gewährleisten.
Schritt 3: Die Steine mit dem Fundament verbinden
Wenn die Schalsteine gesetzt wurden, sollte alle 30 bis 70 cm ein senkrechtes Loch in die Schalsteine gebohrt werden, um weiteren Armierungsstahl senkrecht zu platzieren. Durch den Stahl wird die Konstruktion stabiler und die Steine sind besser mit dem Fundament verbunden.
Anschließend müssen die Steine mit Beton verfüllt werden. Dabei wird das überschüssige Material am oberen Rand der Schalsteine so abgezogen, dass sich eine gerade Fläche daraus ergibt. Dort wird später der Balken des neuen Carports aufliegen.
Schritt 4: Untergrund begradigen, damit die Konstruktion hält
Nachdem die Schalsteine mit Beton aufgefüllt wurden und dieser getrocknet ist, muss der Untergrund innerhalb des Carports gelegt werden. Als Fundament eignet sich hier Betonguss, der auf dem Untergrund verteilt und mit einer Rüttelplatte gefestigt und verdichtet wird. Um eine möglichst große Dichte des Materials aufbauen zu können, empfiehlt es sich, Schicht für Schicht vorzugehen.
Schritt 5: Holz kommt ins Spiel und Pfosten müssen montiert werden
Die Balken müssen entsprechend zugeschnitten werden. An dieser Stelle kommt es natürlich auf Ihre individuelle Planung an. Mit einer Kreissäge lässt sich das Holz problemlos zuschneiden. Bevor Sie die Balken verschrauben, können Sie mit einem Winkelschneider nach dem groben Zuschneiden weitere Feinarbeiten vornehmen.
Nun wird die unterste Schwelle (der unterste Balken) auf die Schalsteine aufgelegt. Nach der Ausrichtung können letzte Zuschnitte erfolgen, bevor Zapfenlöcher für die Zapfen der Pfosten angerissen werden. Nach dem Anreißen (Markieren) können die Markierungen mit einem Kettenstemmer ausgestemmt werden.
Schritt 6: Holznageleinfuhr bohren – Holz und anderes Material als Befestigung
Damit der Holznagel eingesetzt und die Verbindung zwischen den Pfosten kräftig zusammengezogen werden kann, wird am Zapfen das Loch auf ca. 2,7 cm gebohrt. So hat der Nagel die Möglichkeit, die Verbindung entsprechend fest zu schließen.
Schritt 7: Eines fügt sich ins andere, der Carport ist zu erkennen
Nach und nach können Sie nun alle Pfosten so zuschneiden, dass sie ineinander passen und gemeinsam aufgestellt und verbohrt werden können. Bevor Sie die Pfosten jedoch in ihre endgültige Position bringen, sollten Sie das Holz mit einer Lasur bestreichen, um ein langlebiges Ergebnis zu erzielen. Hierbei sind auch mehrmalige Anstriche zu empfehlen.
Schritt 8: Die Konstruktion steht fast
Alle Balken können nun nach dem Bauplan ineinander gelegt, lotrecht ausgerichtet und verbohrt werden. Danach bohren Sie die Löcher für die Gewindestangen vor und füllen sie mit Zementkleber. Dann setzen Sie die Gewindestangen ein. Der Zementkleber sorgt für eine besonders feste Verankerung. Nachdem der Zementkleber getrocknet ist, können die Hubmuttern fest angezogen werden. So sind die Verbindungen und die Balken gut fixiert.
Schritt 9: Das Dach montieren und an den Bauplan halten
Wichtig ist, dass Sie von Beginn an das Dach so planen, dass ein Gefälle entsteht. Dadurch kann ein Einstürzen durch Schneelast ausgeschlossen werden, weil das Gefälle vermeidet, dass diese Last zu hoch wird. Die Balken auf dem Gerüst, die das Dach halten sollen, sollten nicht weiter als 70 cm voneinander entfernt liegen, um auch hier eine hohe Traglast zu ermöglichen.
Bevor Sie die Blech-Platten mit dem benötigten Werkzeug verlegen, sollten darunter sogenannte OSB-Platten platziert werden. Diese fangen Schwitzwasser ab, welches die Blech-Platten produzieren können. Zudem sieht das Dach von unten so optisch schöner aus. Um die OSB-Platten zu schützen, eignet sich das Auslegen von Unterspahnbahnen, die mit einer Nagelpistole sorgfältig zu befestigen ist. Durch diesen extra Schutz trotzt das Carport jeder Witterung und sieht auch noch in vielen Jahren schön und stabil aus.
Schritt 10: Material beschaffen und Schiefer befestigen
Nun können die Schieferplatten, Nägel, Dachrinne und das Dachmaterial (hier eignen sich Trapezbleche) beschafft werden. Anschließend können Sie den Schiefer an den Dachlatten befestigen, die vorher auf den Platten verschraubt wurden. Mit einer Schieferschere können einzelne Teile zugeschnitten und dann passend befestigt werden. Nachdem die Schieferplatten angebracht wurden, kann das Dach gedeckt und die Dachrinne montiert werden.
Tipps und Tricks für Ihren Stellplatz
Hier finden Sie noch einige Tipps und Tricks, die Ihnen den Bau Ihrer Garage, Ihres Carports oder Ihres Stellplatzes für das Auto am Haus erleichtern sollen:
- Setzen Sie beim Anzeichnen der Balken auf Gewissenhaftigkeit. Jeder Fehler und jede schlechte Messung sind später deutlich zu sehen.
- Ein Zimmermannswinkel erleichtert Ihnen die Arbeit. Bei Abmessungen und Markierungen sparen Sie Zeit und können sichergehen, dass alles richtig angezeichnet wurde.
- Wenn die Eckpfosten gestellt werden, sollten sie durch Dachlatten gestützt werden, damit sich während des Aufbaus nichts verschiebt.
- Finanzieller Vorteil: Das Verwenden von Holznägeln, wie in dem oben genannten Anleitungs-Beispiel, ist nicht nur günstig für den Geldbeutel, sondern sieht auch unauffälliger aus.
- Fehlern zuvorkommen: Entwerfen Sie einen Bauplan und passen Sie jeden Schritt genau an. So verhindern Sie Fehler, die Sie bei der Planung und Anfertigung Ihrer Anleitung noch nicht beachtet haben.
- Kaufen Sie nicht von Anfang an das gesamte Material (wie z. B. das Holz), denn so sparen Sie womöglich viel Geld. Im Zweifelsfall bleibt viel über und Sie haben das Material umsonst angeschafft.
- Arbeiten Sie mit einem Carport-Bausatz. Dieser enthält die einzelnen, unmontierten Teilen. Oft wird er als günstige Variante eines fertig montierten Modells angeboten. Da Sie mit einem Bausatz Ihren Carport nicht selbst konzipieren und die einzelnen Teile nicht selbst zusammensuchen und zuschneiden müssen, geht diese Variante auch mit einer Zeitersparnis einher.
- Prüfen Sie vor dem Bau, ob Sie eine Baugenehmigung für Ihren Carport benötigen.
- Unterschätzen Sie die Höhe, in der Sie arbeiten, nicht! Die anti-rutsch-beschichtete Aluminium-Universalleiter HAILO M60 mit 6 Sicherheitsgelenken und Metall-Plattform bietet flexible Einsatzmöglichkeiten und zusätzliche Sicherheit.