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Haus mit Dacheindeckung aus Reet

Wie lange hält ein Reetdach?

Ein norddeutscher, fast nordischer Flair, der sich auf Ihrem Hausdach abzeichnet: Eine traditionelle Dacheindeckung aus Reet bringt Ihnen genau das auf das eigene Grundstück. Bevor die Entscheidung getroffen werden kann, ob dieses Material Ihr Dach zieren soll, sind einige Vor- und Nachteile abzuwägen sowie die Haltbarkeit zu beachten.

Warum ein Reetdach?

Zuerst möchten wir die Vor- und Nachteile von Reetdächern erläutern:

Vorteile

Ein genähtes Reetdach vereint eine Menge Vorteile, die es zu einer attraktiven Alternative zu einem Ziegeldach machen. Der erste Punkt ist hier natürlich die Optik: Wer auf den für den Norden Deutschlands typischen Stil steht, für den ist ein Reetdach genau die richtige Lösung. Verwittert das Material mit der Zeit, ist das nicht schlimm: Die Veränderung im Aussehen ist ein charakteristisches Merkmal für diese Bauart und verleihen Ihrem Haus einen besonderen Charme.

Zudem ist auch der Beitrag zum Umweltschutz ein weiterer Pluspunkt. Reetdächer bestehen zum größten Teil aus getrockneten Schilfrohrhalmen aus heimischer Ernte, sprich: Das Material ist nachhaltig, wächst in der Natur nach und kann letztlich auch kompostiert werden. Außerdem wird vor der Eindeckung mit Reet auf jegliche chemische Vorbehandlung verzichtet.

Schilfrohr, mit welchem man das Kaltdach später decken wird

Nachteile

Doch auch die Nachteile müssen beachtet werden, bevor Sie sich entscheiden. Ein Minuspunkt stellt der Kostenfaktor dar: Waren Reetdächer früher die Lösung für arme Menschen, schlägt die Konstruktion heute mit ungefähr 100 bis 120 € pro Quadratmeter Dachfläche zu Buche und kann sich schnell zu hohen Beträgen summieren. Das ist rund doppelt so teuer wie der Preis für ein gewöhnliches Ziegeldach. Erklären lässt sich das unter anderem durch den Zeitaufwand der handwerklichen Ausführung, der circa fünfmal so hoch liegt wie bei herkömmlich gedeckten Dächern.

Das getrocknete Reet birgt zudem eine hohe Brandgefahr. Zwar gibt es heutzutage Möglichkeiten, diese deutlich einzuschränken, jedoch werden Reetdächer grundsätzlich schneller brennen als Dächer aus Ziegel.

Lebensdauer von Reetdächern

Generell lässt sich die Lebensdauer eines Reetdaches mit mindestens 25 bis 40 Jahren veranschlagen. Diese große Spanne lässt sich durch die verschiedenen Einflussfaktoren erklären, denen das Reetdach im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist. Hier wirken auch planerische und bautechnische Voraussetzungen des Gebäudes, das gedeckt wird. Zudem ist vieles vom Handwerk und dem Material abhängig. Nicht zu vernachlässigen sind zuletzt Klima, Witterung und die Ausrichtung zur Sonne. Als besonders wichtig gelten die Feuchtigkeit und die Neigung des Dachs.

Feuchtigkeit

Die Feuchtigkeit ist ein ausschlaggebender Faktor, der die Standzeit eines Reetdaches besonders stark beeinflusst. Als Faustregel gilt: Je trockener das Dach, desto länger hält es. Die natürlichen Silikate, die im Reet vorzufinden sind, machen den Baustoff witterungsbeständig. Nimmt die Feuchtigkeit allerdings überhand, bilden sich Pilze und Bakterien, welche das Dach angreifen. Vermeiden lässt sich das, indem direkt bei der Konstruktion eine Hinterlüftung eingebaut wird, welche die Feuchtigkeit zuverlässig abführt.

Haus mit Reetdach an einem Strand im Norden

Neigung des Dachs

Einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Standdauer Ihres Reetdaches hat die Neigung. Veranschlagen Handwerker in der Regel 10 bis 20 Jahre Haltbarkeit für ein Dach von 30 Grad, sind es bei 50 Grad schon 50 Jahre. Das liegt daran, dass bei einem steileren Dach Wasser durch Regen, Schnee und Tau besser abfließt und somit nicht so viel davon in die Dämmung dringt. Empfohlen wird ein Reetdach ab einer Neigung von mindestens 45 Grad.

Übrigens: Eine Dachrinne kann bei einem Reetdach nicht installiert werden. Das Reet verändert sich nämlich im Laufe der Zeit und wird dünner. Die Abtropfkante des Dachs wandert und würde nach einiger Zeit nicht mehr richtig über der Dachrinne hängen. Somit würde das Wasser nach einigen Monaten nicht mehr in die Rinne, sondern daneben laufen. Außerdem lässt sich eine Regenrinne nicht gut am Reetdach befestigen und würde nur unnötigen Aufwand sowie hohe Kosten verursachen.

Die richtige Pflege des Reetdaches

Um das Meiste aus Ihrem Reetdach herauszuholen, ist die korrekte Pflege des Schilfs unabdingbar. Dachdecker empfehlen, sich einmal jährlich mit dem Zustand des Dachs zu beschäftigen. Zur besseren Erreichbarkeit Ihres Daches benötigen Sie eine Leiter, die Ihnen auch hoch oben einen sicheren Stand gewährleistet. Hierfür eignet sich beispielsweise die HAILO S100 ProfiLOT. Je nach baulichen Gegebenheiten des Hauses eignet sich die Leiter als Anlege-, Schiebe- oder Bockleiter, um die Wartung des Reetdaches zu erleichtern.

Mann, welcher auf einer S100 ProfiLOT die regelmäßige Pflege des Reetdaches durchführt, um eine lange Lebensdauer des verwendeten Materials sicherzustellen

Mithilfe der Leiter können Sie problemlos auf Ihr Dach sehen und kontrollieren, ob es weiterführender Maßnahmen bedarf. Ist das Reet vom Moos, Blättern oder Tannennadeln bedeckt, können Sie dies leicht von der Leiter aus mit Harke und Besen entfernen. Stellen Sie starke Schäden oder Verschmutzungen fest, für die das Dach betreten werden muss, engagieren Sie in jedem Fall einen Fachmann. Mit einer Leiter für Heimwerker ist das Betreten des Dachs nicht erlaubt. Zusätzlich muss ein Dachdecker in einem Abstand von 10 bis 15 Jahren die Traufen, Firste, Fensteranschlüsse und Kehlen erneuern, um die Qualität des Reetdaches weiterhin zu erhalten. Beachten Sie diese Tipps, bleiben Ihnen teure Neueindeckungen und Reparaturen am Reet lange erspart.

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